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Leseproben

Von "ABC-Analyse" bis "Zuverlässigkeit" bietet dieses Lexikon auf 333 Seiten verständliche Erläuterungen der wichtigsten einschlägigen Fachbegriffe des Produktmanagements.

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Branchen-Analyse
Angesichts stagnierender Märkte und ohnehin weit verbreitetem Marketing­primat reicht eine primär unternehmensbezogene Sichtweise längst nicht mehr aus, sondern das gesamte umgebende Marktumfeld muss zwingend in die Be­trachtung mit einbezogen werden. Weit verbreitet unterscheidet man folgende Bestimmungsfaktoren des Wettbewerbs als Einflussgrößen auf die Geschäftspolitik im Umfeld, wobei jeweils deren Verhandlungsmacht besonders betrachtet wird: Lieferanten, potenzielle Konkurrenten, Abnehmer, Substitutionsgutanbieter, aktuelle Konkurrenten und sonstige (Aktuelle KonkurrentenmachtAbnehmermacht, LieferantenmachtSubstitutionsgutanbietermacht, Potenzielle Konkurrentenmacht).

Face lift
Kleinere produktliche Änderungen. Da signifikante Modifikationen erhebliche investive Anforderungen stellen, denen selbst große Unternehmen nur in längeren Zeitabschnitten gewachsen sind, werden Detailänderungen vorgenommen, die aber schon ausreichen, ein Produkt neuartig erscheinen zu lassen, ohne dass sich substanziell etwas getan hätte. Dies ist besonders als vorläufige Antwort auf neue Konkurrenzprodukte üblich, auf die man erst mittelfristig reagieren kann.

Geschachtelte Planung
Die operative, kurzfristige à Planung stellt dabei einen integrativen Bestandteil der taktischen, mittelfristigen Planung dar und diese ihrerseits einen integrativen Bestandteil der strategischen, langfristigen Planung. Die Überlappungen dieser Pläne sind deckungsgleich bei gleichzeitiger Planüberarbeitung und Fortschrei­bung des Planhorizonts. Dies ist nur dann der Fall, wenn die gleiche Instanz alle Planperspektiven erstellt. In der Praxis erstellen verschiedene Stellen, etwa Zen­trale, Niederlassungen, Abteilungen etc., ihre jeweiligen Pläne unter egoistischen Aspekten, sodass Inkongruenzen entstehen.

Hypothesen-Matrix
Kreativitätstechnik. Um Aussagen über Gemeinsamkeiten von zwei ähnlichen Problemstellungen machen zu können, werden Fakten und Hypothesen über beide Problembereiche in einer Matrix ausgewertet. Insofern werden mögliche Arbeitsbereiche bzw. Objekte zueinander in verschiedene Kombinationen gebracht und als Anregung für neue Arbeitsgebiete aufgefasst. So kommt es zu einem ungewöhnlichen Transfer von Wissen (Kreativitätstechniken).

Kolludierende Preisführerschaft
Unterstellt eine stillschweigende Abstimmung mehrerer Anbieter am Markt der­art, dass wechselweise einer von ihnen die Preisführerschaftsposition wahrnimmt und die anderen ihm folgen (Barometrische PreisführerschaftDominante Preisführerschaft).

Lebenszykluskostenrechnung
Umfasst die gesamten Kosten eines Produkts während seiner gesamten Ange­botsdauer (analog zur Investitionsrechnung) und bezieht auch die Erlöse mit ein. Problematisch ist dabei, dass sich die Vorlaufkosten immer ungünstiger auf die Marktpräsenz umlegen. Den immer kürzeren Lebenszyklen am Markt stehen somit immer längere Entwicklungszyklen im Unternehmen gegenüber.

Marktführerstrategie
Marktführer ist gemeinhin der vom Umsatz her größte Anbieter auf einem Markt. Dabei kommt es darauf an, wie der relevante Markt abgegrenzt wird. Durch kumulative Einschränkung des relevanten Markts ist es beinahe jedem Anbieter möglich, sich als Marktführer zu definieren. Die damit mutmaßlich verbundene positive Anmutung wird in der werblichen Kommunikation vielfach genutzt. Die dem Marktführer zugesprochenen Chancen und Risiken betreffen gelegentlich aber auch andere Anbieter. So gibt es Meinungsführer am Markt, d. h., Anbieter, die zwar nicht unbedingt die größten sind, denen aber aufgrund ihres herausgehobenen Images marktführergleiche Eigenschaften zukommen. Oder Anbieter, die auf anderen als dem betrachteten Markt führend sind, und deren Potenzial auf diesen ausstrahlt. Oder Anbieter, denen in veröffentlichter Meinung Marktführereigenschaft beigemessen wird, ohne dass die entsprechende Substanz vorhanden ist (Marktherausfordererstrategie, Marktmitläuferstrategie, Marktnischenanbieterstrategie).

Produktpiraterie
Widerrechtliche Nachahmung geschützter Produkte anderer Unternehmen und deren Angebot unter eigener anderer Marke (oft auch als widerrechtliche Nutzung geschützter Marken anderer Unternehmen für eigene andere Produkte verstanden, eigentlich dann aber Markenpiraterie, oder widerrechtliche Nutzung geschützter Produkte und Marken anderer Unternehmen, dann Counterfeiting).

Es ist möglich, gefälschte Ware, die im Einzelhandel auftaucht, zu beschlagnahmen (auf Antrag des Markeninhabers, durch die Polizei oder Zollfahndung). Der Antrag kann formlos sein, besser aber mit Stellungnahme zu den Fälschungsmerkmalen, vorher Testkauf mit Quittung im Handel als Beweismittelsicherung, grundsätzlich wird die gefälschte Ware vernichtet, es besteht Auskunftsanspruch hinsichtlich der Ermittlungsergebnisse. Die Aktion ist normalerweise kostenlos (allenfalls Lagerkosten), die Behörde ermittelt meist nicht von sich aus. Bei Grenzübertritt ist Beschlagnahme der gefälschten Waren möglich (durch Zollbehörde), die Grenzbeschlagnahme ist gebührenpflichtig.

Target costing (TC)
Bündel von Kostenplanungs-, -kontroll- und -management-Instrumenten, die bereits in frühen Phasen der Produkt- und Prozessgestaltung einsetzen, um Kos­tenstrukturen im Hinblick auf Markterfordernisse zu gestalten. Die zulässigen Kosten (Allowable costs) ergeben sich als Differenz zwischen Verkaufspreis (Sel­ling price) und Zielgewinn (Target profit). Liegen die Standardkosten (Drifting costs) höher, ist eine gezielte Kostensenkung erforderlich. Dazu bedarf es der Disaggregation der Kostenpositionen zur Gegenüberstellung der relativen Markt­bedeutung einer Komponente und ihres relativer Kostenanteil (Value control) (Zielkostenrechnung, Zielkostenspaltung).

 



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