Ob Glassplitter im Rotkohlglas oder Brandgefahr beim Notebook: Wenn ein Produkt Leib und Leben eines Kunden bedroht, ist ein Handeln des Herstellers unausweichlich. Auch in der Automobilindustrie hat die Anzahl der Rückrufe zugenommen.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
welche Ursachen zu Produktrückrufen führen,
was bei der Organisation eines Rückrufs beachtet werden muss,
wie die Automobilhersteller Mazda, BMW, VW, Opel, Peugeot, Toyota und Saab Produktrückrufe durchführen.
Produktrückrufe sind Normalität
Produktrückrufe erscheinen unvermeidbar, auch in der Automobil-industrie. Unter einem Produktrückruf versteht man allgemein die vorläufige oder endgültige Unterbrechung der Verwendung bzw. des Gebrauchs eines Produktes, angestoßen durch den Hersteller. Ferner die Überprüfung und ggfs. die Ersatzleistung für ein Produkt gegenüber Marktpartnern. In der Automobilindustrie zählen Produktrückrufe schon fast zum Alltag, wie die nachfolgende Tabelle Rückrufaktionen in der Automobilindustrie belegt.
Tabelle 1: Rückruf-Aktionen in der Automobilbranche Auswahl der letzten Jahre:
Audi A 4
verminderte Bremsleistung bei Nässe und Streusalz durch nicht geeignete Bremsbeläge
M-B Vito
bei Conti- und Semperit-Bereifung kann es zu gefährlicher Laufflächenablösung kommen
Ford Escort/Mondeo
Fehlauslösung am Beifahrerairbag durch elektrostatische Entladung
Ford Fiesta
vordere Bremsschläuche können am Halter scheuern
Ford Galaxy
Brandgefahr bei losen Teilen der Motordämmmatte am Abgasrückführventil
Ford Ka/Fiesta/Puma
defekter Hauptbremszylinder, dadurch Ausfall eines Bremskreises möglich
Ford Ka
Gefahr, dass sich ein Bremsschlauch an der Karosserie durchscheuert
Ford Mondeo
Geräusche aus dem Auspuffkrümmer durch Beschädigung des Startkatalysators
Honda Accord
Isolierung des Kabelstrangs zum Klimaanlagenkompressor kann durchscheuern
Vorderräder können Bremsschläuche bei starkem Lenkradeinschlag berühren
Opel Vectra
Fehlauslösung der Seitenairbags durch Sensorik-Problematik
BMW 3-er-Reihe
defekter Kühlerverschlussdeckel kann zur Überhitzung des Kühlmittelkreislaufs führen
Toyota Landcruiser
möglicher Ausfall der Bremskraftunterstützung
alle Mercedes-Reihen
Defekt am Bremsassistent
Audi
Fahrer-Airbag kann beim Ein- oder Aussteigen selbsttätig auslösen
Opel Astra/Corsa
Spannrolle und Zahnriemen müssen wegen Gefahr von Motorschäden ausgetauscht werden
Renault Espace
Ablösung der Lauffläche an Michelin MXT Reifen möglich
Porsche 911
Zuviel Spiel im Kreuzgelenk der Lenkwelle
Saab 900 Cabrio
Verspannung des Lenksäulenrohres durch falsche Montage Bruchgefahr
Mercedes C-Klasse
Schwergängige Fanghaken der Motorhaube
Ford Galaxy
Brennender Keilriemen kann Klima-Kompressor blockieren
Opel Vectra
Unzureichendes Anzugsmoment der Gurtbefestigungsschrauben an den Vordersitzen
Rover 600
Schrauben der Lenkgetriebebefestigung können sich lockern
Ford Fiesta
Traggelenke der Radaufhängung vorne festgängig sowie Prüfung des Kupplungsgeberzylinders sowie Scheuern der vorderen Bremsschläuche mit Gefahr der Verunreinigung der Bremsflüssigkeit
Tabelle 1: Rückruf-Aktionen in der Automobilbranche Auswahl der letzten Jahre Fortsetzung:
Honda Civic Coup
Rückstände von Montagepaste können Rückschlagventil des Unterdruckschlauches am Bremskraftverstärker verkleben sowie Korrosion am Zündschloss
Mitsubishi Pajero
Mögliche Undichtigkeit an den vorderen Bremsschläuchen
VW Gold/Vento
Scheuerstelle an der Verkabelung der elektrischen Fensterheber hinten
Nissan Sunny
Ablagerungen im Vergaser führen zu überhöhten Co2-Werten
Seat Alhambra/VW Sharan/Ford Galaxy
Tellerfeder des Bremskraftverstärkers kann verrutschen, Bremspedal stellt nicht mehr ganz zurück
Audi A 8
Vorzeitiges Auslösen der Seitenairbags möglich
BMW 7er-Reihe
Absterben des Motors durch eine Fehlfunktion in der Kraftstoffpumpe
Mini One
fehlerhafte Verbindung zwischen Schaltteil und Getriebe
[Die Leseprobe endet hier]
Dieser Inhalt kann zur Zeit nicht angezeigt werden
Produktrückrufe in der Automobilbranche 27 S. € 13,50
Nach dem Kauf können Sie den Inhalt auf Ihren Computer herunter laden und unbegrenzt nutzen.
Wenn Sie Käufer einer Digitalen Fachbibliothek sind, steht Ihnen dieser Inhalt kostenlos zur Verfügung.
Prof. Werner Pepels
Werner Pepels studierte nach kaufmännischer Berufsausbildung Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften mit den Abschlüssen Diplom-Betriebswirt und Diplom-Kaufmann. Anschließend war er zwölf Jahre, davon drei Jahre selbstständig, als Marketingberater in internationalen Kommunikationsagenturen für renommierte Markenartikler tätig. Dabei stieg er vom Kontakt-Trainee über die Positionen Kontakter, Strategischer Planer, Etat-Direktor, Prokurist bis zum Geschäftsführenden Gesellschafter in einer der seinerzeit größten, rein deutschen Werbeagenturgruppen auf. 1989 wurde er zum Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing, berufen. Er ist durch zahlreiche Beiträge zu Themen aus Marketing, Vertrieb, Werbung und Management in Monografie-, Sammelband-, Lexikon- und Aufsatzform ausgewiesen und in seiner Domäne einer der erfolgreichsten Autoren (über 150.000 verkaufte Auflage) im deutschsprachigen Raum. Er ist u.a. als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, als Studienleiter und Dozent in der Managementausbildung tätig. mehr