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Logistikmanagement
 
Harald Ehrmann
 

Die Logistik umfasst die Instrumente und Maßnahmen, die im Dienste einer reibungslosen Gestaltung des Material-, Werte- und Informationsflusses stehen mit dem Ziel, diesen Fluss möglichst optimal zu gestalten.


In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • welche Hauptaufgaben Logistik und Logistikmanagement zu erfüllen haben,
  • welche logistikrelevanten Bereiche zu berücksichtigen sind,
  • welchen Beitrag die Logistik zur Optimierung des Material- und Werteflusses leistet.

 

Einleitung

Unternimmt man den Versuch, die Logistik umfassend zu beschreiben, gelangt man zu dem Ergebnis, dass die Logistik die aus den Unternehmenszielen abgeleiteten planerischen und ausführenden Maßnahmen und Instrumente zur Gewährleistung eines optimalen Material- und Informationsprozesses im Rahmen des betrieblichen Leistungserstellungsprozesses darstellt. Dieser reicht von der Beschaffung von Produktionsfaktoren und Informationen über deren Lagerung und Verwaltung, Bearbeitung und Weiterleitung bis zur Distribution der erstellten Leistungen.

Der folgende Beitrag beschreibt zwei wichtige Bausteine eines Logistik-Konzeptes, die ganz wesentlich dazu beitragen, den Material- und Wertefluss optimal zu gestalten.

Es wird gezeigt, welche Aufgaben und Probleme des Lagers und des Transports existieren und wie diese gelöst werden können.

Logistik und Logistikmanagement

Die Logistik hat in der letzten Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen zahlreiche einschlägige Stellenanzeigen, Lehrveranstaltungen an Hochschulen, eine große Zahl von Publikationen und viele Seminare der Wirtschaft mit logistischen Inhalten sind Beweis dafür. Dennoch herrscht noch keine einheitliche Auffassung über dieses wichtige Gebiet. Die einen verstehen darunter eine etwas verengte Materialwirtschaft, andere die physische Distribution. Beide Auffassungen treffen das Wesen der Logistik nicht.

Die Logistik besteht nicht aus einer Aneinanderreihung von Maßnahmen und Instrumenten, sondern stellt eine eigene betriebliche Funktion dar, für die ein Konzept zu entwickeln ist. Ein solches Konzept ist ein integriertes Konzept, das einzelne Unternehmensbereiche zu einer Prozesskette verknüpft. Im Mittelpunkt steht somit die Flussoptimierung, die sämtliche Prozesse der Wertschöpfungskette zu umfassen hat. Die Aufgabe des Logistikmanagements ist es, diese Flussorientierung im Unternehmen zu verankern.

»Logistik stellt die aus den Unternehmenszielen abgeleiteten planerischen und ausführenden Maßnahmen und Instrumente zur Gewährleistung eines optimalen Material-, Wert- und Informationsflusses im Rahmen des betrieblichen Leistungserstellungsprozesses dar, wobei sich dieser von der Beschaffung von Produktionsfaktoren und Informationen über deren Bearbeitung und Weiterleitung bis zur Distribution der erstellten Leistungen erstreckt.« [2], S. 25

Die Logistik hat sechs Hauptaufgaben zu erfüllen sie muss gewährleisten, dass:

  • die richtige Menge,
  • der richtigen Objekte Güter, Personen, Energie und Informationen,
  • am richtigen Ort im System,
  • zum richtigen Zeitpunkt,
  • in der richtigen Qualität,
  • zu den richtigen Kosten bereitgestellt wird.

Diese Aufgaben sind zu einem Gesamtkonzept zu vereinigen. Ein funktionierendes Logistikkonzept ermöglicht es dem Unternehmen:

  • schneller als Wettbewerber mit neuen Produkten und Leistungen auf den Markt zu gelangen,
  • die Durchlaufzeiten der Fertigung zu verringern,
  • durch geeignete Lager- und Verteilsysteme die Zeit vom Bestelleingang bis zur Lieferung zu verkürzen,
  • die Liefertermine zuverlässig und pünktlich einzuhalten,
  • kleinere Produktionslose zu fertigen.

Ein Logistikkonzept ist ein integriertes Konzept, das Bereichsegoismen und reines Ressortdenken überwindet und die einzelnen Bereiche zu einer Prozesskette verknüpft. Es erfordert:

  • Systemdenken,
  • Flussdenken,
  • Querschnittsfunktionsdenken [7], S. 1031 und ganzheitliches Handeln.

Die Entwicklung eines Logistikkonzeptes ist mit einer Reihe von zu erfüllenden Bedingungen verbunden. Es ist unumgänglich:

  • die Logistik von der obersten Führungsebene zu steuern,
  • eindeutige Ziele und klare Strategien zu entwerfen,
  • logistische Aktivitäten nicht isoliert zu sehen, sondern in einen Gesamtzusammenhang zu stellen,
  • fähige und motivierte Mitarbeiter für Logistikaufgaben einzusetzen,
  • logistische Maßnahmen nicht nur zu planen und zu ergreifen, sondern rechtzeitig auch ihre Auswirkungen zu erkennen,
  • auf allen hierarchischen Ebenen die Erkenntnis weiter zu entwickeln, dass Logistik kein Selbstzweck ist, sondern im Dienste der Erfüllung wichtiger Unternehmensziele steht,
  • Informationshemmnisse im Unternehmen abzubauen,
  • sich technische und organisatorische Entwicklungen nutzbar zu machen,
  • mit den Lieferanten optimal zu kooperieren,
  • die logistischen Aktivitäten so auszurichten, dass Kundenwünsche optimal erfüllt werden,
  • die Kosten logistischer Maßnahmen zu erkennen, von anderen Kosten abzugrenzen und den von ihnen betroffenen Objekten zuzurechnen.

Der Inhalt eines Logistikkonzeptes wird von:

  • dem Produkt,
  • dem Markt,
  • den technologischen Einflussfaktoren,
  • den eingesetzten Instrumenten und Verfahren,
  • den rechtlichen Bedingungen,
  • dem Informationssystem,
  • der Aufbauorganisation,
  • den Kompetenzen,
  • den verfügbaren Mitteln und
  • den Kostenvorgaben bestimmt.

Logistikkonzepte müssen die Abhängigkeit einzelner Bereiche und Prozesse voneinander zum Ausdruck bringen und berücksichtigen sowie bereichsübergreifende Abstimmungen erreichen.

An die Unternehmensleitungen wird die Forderung gerichtet, den Schwerpunkt auf den Material- und Wertfluss zu richten und somit das Geschäftssystem stärker flussorientiert zu gestalten. Die Flussoptimierung hat sich dabei nicht auf die herkömmlichen Materialflussprozesse wie Transport und Lagerhaltung zu beschränken, sondern sämtliche Prozesse der Wertschöpfungskette zu umfassen.

»Logistikmanagement bedeutet damit, diese Flussorientierung im Unternehmen zu verankern.« [12], S. 80

Es wurde ausgeführt, dass ein Logistikkonzept ein integriertes Konzept darstellt und die einzelnen Bereiche zu einer Prozesskette zu verknüpfen sind. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Bereiche nicht voneinander abgrenzbar sind und eigene Schwerpunkte haben können. Der Gesamtzusammenhang wird im Logistikkonzept dargestellt und stellt den Rahmen für die Aufgabenformulierung in den einzelnen Bereichen dar. [8], S. 38

Wird der Versuch unternommen, wichtige Logistikaufgaben einzelnen Bereichen zuzuordnen, ergibt sich das in Tabelle 1 wiedergegebene Bild. Wie erwähnt ist zu beachten, dass die aufgeführten Logistikaufgaben nicht isoliert zu betrachten, sondern im Rahmen eines logistischen Gesamtkonzeptes zu sehen sind. [2], S. 28

In dieses Gesamtkonzept sind auch die Logistikprozesse einzubeziehen, die sich aus den Kunden- und Lieferantenbeziehungen ergeben. Die Einführung computergestützter Informationssysteme macht eine unternehmensübergreifende Prozessgestaltung möglich. Der elektronische Austausch von Informationen verbindet nicht nur zwei oder wenige Partner, sondern ist in der Lage, eine Vielzahl von Kunden, Abnehmern und Dienstleistern einzubeziehen. Ein verbreitetes System der Informationsversorgung durch Datenaustausch ist EDI Electronic Data Interchange. EDI ermöglicht die direkte Übertragung strukturierter Geschäftsinformationen von Computer zu Computer. Vorgänge wie Angebote, Bestellungen, Rechnungen, Übermittlung von Statusdaten können auf diese Weise abgewickelt werden.


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Prof. Dr. Harald Ehrmann

Prof. Dr. Harald Ehrmann war während seiner Lehrtätigkeit Professor für Betriebswirtschaftslehre mit den Arbeitsschwerpunkten Controlling, Unternehmensplanung und Rechnungswesen. Nach seinem Studium und dem Sammeln praktischer Erfahrungen übernahm er leitende Funktionen in Industrieunternehmen und in einem bedeutenden Wirtschaftsverband. Prof. Ehrmann ist Verfasser mehrerer Lehrbücher, von Buchbeiträgen und von Artikeln in Fachzeitschriften. Zur Zeit widmet er sich neben seiner Publikationstätigkeit der Unternehmensberatung und Vortragstätigkeit.
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