Dieses Buch beschäftigt sich mit der Vorbereitung und der Durchführung von Präsentationen. Wodurch unterscheidet sich aber eine Präsentation von einem klassischen Vortrag? Eine gängige Definition des Begriffs »Präsentation« lautet wie folgt: »Eine oder mehrere Personen stellen für eine bestimmte Zielgruppe bestimmte Inhalte oder Sachaussagen oder Produkte dar. Ziel ist es, diese Gruppe zu informieren und zu überzeugen. Die Darstellung wird unterstützt durch bildhafte Mittel. An die Darstellung schließt sich eine Fragerunde oder Diskussion an.« [8] Es handelt sich bei einer Präsentation also nur bedingt um einen klassischen Vortrag, bei dem der Vortragende sehr einseitig die Kommunikation gestaltet. Auch wird bei einer Präsentation im Gegensatz zum Vortrag die Anzahl der Teilnehmer in der Regel geringer sein. Der Situation, eine formale Rede vor großem Publikum halten zu müssen, wird man sich im beruflichen Alltag sehr wahrscheinlich nur selten gegenübersehen. Die Präsentationssituation dagegen ist im Berufsleben relevanter: Arbeitsergebnisse müssen dargestellt, Projekte beschrieben oder Mitarbeiter und Kollegen informiert werden. Das vorliegende Buch ist somit kein typisches Rhetorikbuch. Es geht in ihm nicht um geschliffene Formulierungen und Argumentationen, sondern um die Vermittlung von Kompetenzen, einen Sachverhalt zu präsentieren. Dass dazu Notwendigkeit besteht, zeigt unter anderem ein Blick auf unser Bildungssystem. Dort werden die zur Durchführung einer Präsentation notwendigen und hilfreichen Fertigkeiten wenn überhaupt nur ansatzweise vermittelt. In meiner ganzen Schulzeit war zum Beispiel nur ein einziges Referat zu halten, leider ist dies an den heutigen Schulen häufig immer noch so. Auch an den Hochschulen behandelt man das Thema eher stiefmütterlich. Zwar werden in Seminaren oft Referate eingesetzt, aber zumeist nicht mit dem Ziel, das Präsentationsverhalten systematisch zu reflektieren und zu verbessern. Selten erfolgt eine gezielte Rückmeldung durch die Zuhörer oder die Dozenten an den Präsentierenden. Da das Durchführen von Präsentationen für die meisten Menschen eine eher unangenehme Sache ist, drängt man sich auch nicht danach, wenn es nicht unbedingt sein muss. Die Folge ist, dass man häufig erst im Arbeitsleben damit konfrontiert wird, Präsentationen halten zu müssen oft ist man darauf dann wenig vorbereitet. Und auch im Arbeitsleben wird eine Präsentation nach der Durchführung meistens einfach beendet, die Einschätzung der Zuhörer bleibt dem Präsentierenden dabei verborgen. Um das eigene Präsentationsverhalten jedoch gezielt verbessern zu können, ist es im ersten Schritt notwendig, sich Rückmeldung über dessen Wirkung bei den Zuhörern zu verschaffen. Ein solches Feedback kann in Seminaren erfolgen, aber auch durch das Einsetzen von Video oder die Verwendung der am Ende dieses Buches aufgeführten Beobachtungsblätter. Aus meiner Sicht benötigt man zur wirkungsvollen Durchführung von Präsentationen drei Gruppen von Fertigkeiten: ein angemessenes Präsentationsverhalten, eine gezielte Vorbereitung sowie Strategien zur Reduktion der inneren Anspannung. Entsprechend ist auch das vorliegende Buch in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil werden Aspekte des unmittelbar wahrnehmbaren Präsentationsverhaltens beschrieben. Dabei wird zwischen verbalem, nonverbalem und paraverbalem Präsentationsverhalten unterschieden. Inhalt des zweiten Teils sind die Präsentationshilfsmittel, insbesondere der Aufbau einer Präsentation und die Rolle der Visualisierung. Zusätzlich stellt der zweite Teil die Gestaltung und die spezifische Handhabung einzelner Medien dar. Während sich der erste und der zweite Teil mit Aspekten beschäftigen, die für die Teilnehmer einer Präsentation sicht- oder hörbar sind, geht es im dritten Teil des Buches um die Kontrolle der Nervosität vor und in der Präsentationssituation. Erläutert werden einige Atemtechniken und eine muskuläre Methode, die es erlauben, unmittelbar in der realen Präsentationssituation die Anspannung sehr schnell zu reduzieren. Um die Anspannung im Vorfeld einer Präsentation zu verringern, werden mentale Techniken zum Umgang mit Vorstellungsbildern beschrieben sowie Methoden vorgestellt, mit denen man absolutistische Forderungen an die eigene Person abschwächen kann. Das letzte Kapitel befasst sich dann mit Mechanismen, die für eine gezielte Veränderung des Präsentationsverhaltens von Bedeutung sind. Reales Verhalten lässt sich mit Hilfe eines Buches natürlich nur begrenzt verändern. Allerdings dient die Publikation dazu, sich mit den relevanten Prinzipien vertraut zu machen und daraus Anhaltspunkte für die Verhaltensänderung zu entnehmen. Eine neue Verhaltensweise wird jedoch nur dann in Fleisch und Blut übergehen können, wenn man das entsprechende Verhalten auch tatsächlich ausführt und übt. In den einzelnen Kapiteln gibt es daher jeweils Hinweise, wie man die dargestellten Sachverhalte in realen Situationen trainieren kann. AnmerkungDie Begriffe »Zuhörer«, »Publikum« und »Teilnehmer der Präsentation« werden in diesem Buch synonym verwendet, ebenso die Bezeichnungen »Anspannung«, »Stress« und »Nervosität« sowie »Präsentation«, »Vortrag« und »Referat«. |